"Liquidierung ...
Gedanken werden klarer und banaler. Aufklarender langweiliger Himmel. Nur eine tiefe Traurigkeit bleibt"
23.10.2012
18.10.2012
17.10.2012
au!122 - musik sprache rhythmus II
"...Musik hat
also keine konstitutive Funktion hinsichtlich der Erzeugung von Gefühlen
und auch nicht hinsichtlich der Darstellung. Musik stellt gar nichts
dar außer sich selbst als tönend-bewegte Form. Aber indem sie sich
selbst darstellt, nur sich selbst repräsentiert, vermag sie in
vielfältigster Weise auszudrücken, wie es ist, zu sein, traurig, heiter,
beschwingt, zornig usw.; sie muss dies nicht, aber es gehört zu ihrem
Wesen, dass sie es kann..."
(Andreas Luckner: Musik - Sprache - Rhythmus. Bermerkungen zu Grundfragen der Musikphilosophie. In: )au!121 - musik sprache rhythmus I
"..., dass Musik in einem unmetaphorischen Sinne sich auch schon dort ereignet, wo allein zeitliche Gruppierungen von akustischen Elementen in verbindlicher Weise vollzogen werden. Das kann, muss aber nicht im Rahmen eines harmonisch-tonalen, ja noch nicht einmal im Rahmen eines diastematischen Tonsystems geschehen; obwohl durch und in diesen Systemen freilich sehr viel stärkere Musikform bildende Kräfte aktivierbar sind als durch bloße Rhythmisierung, ist diese doch das Elementare der Musik. Schließlich gibt es Musik, die auch ohne den Luxus eines tonischen Systems auskommt..."
16.10.2012
au!120 - euer Geschrei
"Bedeutet euer Geschrei denn nicht, dass euch die Vernunft abhanden gekommen ist? Müsstet ihr nicht innehalten, wenn ich im Namen der friedlosen Hände vernünftige Worte an euren aufgebrachten Verstand richte? Sollen vielleicht die Hände selbst sprechen? Was, wenn nicht ein entsetzlicher Schlag, wäre ihre Sprache!"
(P.Nádas: Der Lebensläufer)
10.10.2012
au!119 - Aufenthaltswahrscheinlichkeit
"Manchmal glaube ich, ich bin vor hundert Jahren gestorben und meine Fußsohlen sind durchsichtig. Wenn ich mir im Kopf durch den hellen Türspalt schaue, geht es mir doch im Grunde nur um diese verbohrte scheue Hoffnung, dass irgendwann und irgendwo jemand an mich denkt. Auch wenn er nicht wissen kann, wo ich gerade bin. Kann sein, dass ich der alte Mann mit der Zahnlücke links oben auf einem Hochzeitsfoto bin, das es gar nicht gibt, und gleichzeitig ein mageres Kind auf einem Schulhof, den es auch nicht gibt."
(Herta Müller: Atemschaukel)
au!118 - ach
"Der Fluchtpunkt seines Denkens ist vermutlich, dass das für ihn keineswegs zwei Seelen, ach, in einer Brust sind. Und schon gar nicht: ach."
09.10.2012
au!117 - Intensivstation
"... Dann führt sie mich zur Intensivstation, die im obersten Geschoss liegt. Drei Patienten hätten sie nicht aus dem Krankenhaus tragen können, zwei sehr alte Männer und einen Jungen. Ein Pfleger, der sie nicht im Stich lassen wollte, sei bei ihnen geblieben. Wir treten in die Intensivstation, die einmal aus vier Betten mit den entsprechenden Apparaten bestand. Die Bettgestelle mit den hochgestellten Rückenlehnen sind noch vorhanden, auch die Gehäuse der Apparate. Die Ärztin muss nichts sagen, ich sehe es selbst: An drei der Rückenlehnen, genau in Höhe der Köpfe, sind die Einschusslöcher von zahlreichen Kugeln, die durch das Bettgestell gingen und in der Wand stecken geblieben sind, sowohl von Pistolen wie auch von Maschinengewehren, Kalaschnikows, um genau zu sein. Unter den Betten, ebenfalls in Kopfhöhe, sind die Blutlachen getrocknet. Es gibt keine anderen Einschusslöcher in dem Raum, es ist nicht gekämpft worden. Nur an einer einzigen anderen Stelle sehen wir die Kugel in der Wand und das getrocknete Blut auf dem Boden. Hier muss der Pfleger gestanden haben. ..."
(N.Kermani / Die Zeit 27.09.2012)
08.10.2012
04.10.2012
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